dionysBEWEGT - Dionys Schwery | Hatha Yoga - Abschauender Hund

Die drei Atemräume erfahren

So geht die Übung

Die Übung "Die drei Atemräume erfahren" empfehle ich als grundlegende Atemübung, besonders wenn noch wenig Erfahrung mit Atemtechniken vorliegt.

Das Atmen findet bei dieser Übung immer über die Nase statt, sowohl Ein- als auch Ausatmung.

Unterster Atemraum (Bauchraum):

Nimm eine bequeme Rückenlage ein und richte deine Aufmerksamkeit für ein paar Atemzüge auf deinen Atem. Lege deine Hände auf untersten Atemraum. Er befindet sich zwischen Bachnabel und Schambein. Für ein paar Atemzüge den Atemraum visualisieren. Im nächsten Schritt beatmest du bewusst den Bauchraum, dabei sollte sich beim Einatmen die Bauchwand nach oben wölben und sich beim Ausatmen wieder absenken. Diese Bauchatmung für einige Atemzüge weiterführen. Sollte sich deine Bauchwand beim Einatmen nach innen ziehen, dann liegt ein falsches Atemmuster vor. Mit regelmässiger Übung kann das Atemmuster korrigiert werden. Es braucht dazu etwas Geduld.

Mittlerer Atemraum (Brustraum):

Analog dem untersten Atemraum. Die Hände werden dabei nun seitlich am Brustraum platziert, so dass du das Ausdehnen beim Einatmen und das Zurückbewegen bei der Ausatmung wahrnehmen kannst. Es kann aber sein, dass die Atembewegung zu Beginn wenig oder kaum spürbar ist. Sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen und den Atem langsam und bewusst in dem mittleren Atemraum konzentrieren.

Oberster Atemraum (Schlüsselbein):

Dasselbe nun im obersten Atemraum. Die Hände dabei gekreuzt auf die Schlüsselbeinregion legen und den Atem unter den Händen konzentrieren.

Was wollen wir damit erreichen?

Mit der Übung der drei Atemräume wollen wir das Bewusstsein für die Atmung im Körper schaffen und dabei falsche Atemmuster ins Bewusstsein bringen. Wir lernen mit dieser Atemübung, die drei Atemräume gezielt und isoliert anzusteuern und mit dem Atem zu bewegen und zu beleben. Diese Atemübung ist als grundlegende Atemübung zu verstehen und die darin enthaltenen Prinzipien finden sich bei anderen Atemtechniken wieder.

Was sind mögliche Wirkungen?

Die Atemübung entfaltet verschiedene Wirkungen. So entsteht eine bewusste Verbindung zwischen Körper und Atem, das Nervensystem kann sich dadurch beruhigen und die Konzentration wird geschärft. Mit jedem bewussten Atemzug führst du dem Körper neuen Sauerstoff und Energie zu. Körperliche und geistige Spannungszustände können sich beruhigen und lösen. Das bewusste Üben stärkt die Atemmuskulatur und die Atemkapazität erweitert sich langfristig.

Mögliche Varianten

Die Atemübung kann vielfältig variiert werden. Zum Beispiel im Sitzen oder Stehen statt im Liegen. Wenn du die Atemräume gut spüren kannst, dann die Übung ohne aufgelegten Hände ausführen. Du kannst mit unterschiedlichem Atemtempo spielen, von schnell bis ganz langsam. Geübte können den Atemrückhalt einbeziehen. Nach der Einatmung und / oder Ausatmung eine kurze Atempause einlegen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.